Wanderung: Auf dem Feldberg

Seite 8


Zu den Seiten 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8

Als ich etwas tiefer komme, beginnt ein lichter Wald und der Weg wird immer schmaler und steiler.

Ich bin ganz begeistert von der Schönheit dieser Strecke.

Nach der Touristenrennstrecke ist das hier die reinste Wohltat.

Von einigen Stellen aus hat man einen guten Blick nach unten auf die Zastler-Hütte, die mein nächstes Zwischenziel ist.

Ich umwandere hier das Zastler Loch, das ist ein schroffes Kar, das das obere Ende des Zastler Tals darstellt.

Ein Kar ist so ein steiler Talanfang, der in der Eiszeit durch die dicke Eisschicht ausgehobelt wurde.

Der Feldsee ist wohl der grösste Karsee der Umgebung und das Zastler Loch wäre wohl auch fast ein solcher See geworden. Vielleicht war es ja auch mal ein See, der inzwischen verlandet ist.

Die Bergwiese ist voller bunter Blüten.

Auch hier stellt das Weidenröschen zur Zeit die dominierende Pflanze dar, aber es gibt auch viel Alpendost, Fuchskreuzkraut und andere Pflanzen, die wir auf der Tour auch schon woanders gesehen haben.

Am Ende des Zastler Loches rauscht in einem Wasserfall eine Menge Wasser zu Tal.

Eine Holzbrücke führt direkt am Wasserfall über den kleinen Bach.

Hach, was ist es hier wunderbar.

Der Blick bergauf zeigt, wie steil es hier den Berg hinauf geht.

Zwischen den Bereichen wo Bäume stehen, rutschen im Winter Lawinen zu Tal.

Hier im Zastler Loch soll bis in den Sommer hinein Schnee liegen.

Über ein kleines Moor führt ein Holz-Steg.

Ich finde es richtig abenteuerlich über diesen Steg zu wandern.

Ob dieses winzige Stückchen Moor wohl das Äquivalent zum Feldsee ist oder die Stelle wo sich vielleicht früher mal ein See befand?

In dem Moor blüht das Sumpf-Herzblatt.

Mit seinen fünf Blütenblättern erinnert es etwas an Hahnenfuss, nur mit weissen Blüten.

Aber es ist mit dem Hahnenfuss nicht näher verwandt, sondern bildet eine eigene Pflanzenfamilie, die der Herzblatt-Gewächse.

Das Moor hört viel zu schnell wieder auf und nach kurzer Strecke erreiche ich die Zastler Hütte.

Am Donnerstag ist Ruhetag, darum ist es hier so ruhig.

An anderen Tagen sitzen hier bestimmt viele Leute auf den Bänken vor dem Haus, denn in dieser malerischen Umgebung lässt man sich gerne für eine Weile nieder.

Nach der Zastler Hütte ist es nur noch eine kleine Strecke bis zurück nach Rinken. Zumindest dachte ich das, doch der Weg wurde mir recht lang. Es waren die längsten Kilometer der ganzen Strecke. Bestimmt liegt das auch daran, dass ich die interessanten Zwischenziele jetzt alle schon hinter mir habe.

Unterwegs leuchten mich die roten Lichtnelken aufmunternd an.

Die kommen auf diesem Weg häufiger vor als woanders.

Endlich schleppe ich mich über den Rinkensattel, an der Karte vorbei und sehe den kurzen Weg bis zum Jägerheim und der Bushaltestelle.

Sofort werden meine Schritte wieder etwas leichter und ich eile dem Tagesziel entgegen.

Auf den Wiesen wächst an vielen Stellen der Alpenampfer.

Er mag menschliche Behausungen und Viehweiden, weil dort die Erde meistens nährstoffreich und dichtgestampft ist.

Im Gegensatz zum Ampfer der Ebene hat der Alpenampfer sehr grosse Blätter.

Er wächst gerne in Horsten und nimmt gewaltige Ausmasse an.

Schliesslich stehe ich wieder vor dem Jägerheim, von dem aus ich am Morgen gestartet bin.

Ich liege sogar so gut in der Zeit, dass ich eine Stunde habe, um im Jägerheim einzukehren und Hunger und Durst zu stillen.

Der Wirt des Jägerheims versichert mir auf meine Frage, dass man hier fast immer noch ein freies Zimmer findet, wenn man mal so lang unterwegs sein sollte, dass man den Bus verpasst.

Einzelzimmer kosten hier ab 36 Euro. Es wäre also vielleicht sogar mal eine gute Idee, hier beabsichtigt Station zu machen, um zwei Tage zum Wandern zu haben. Als Gast in einem Gasthaus oder Hotel ist hier in der Gegend sogar die Busfahrt kostenlos.

Ein letzter Blick zurück auf den Berg und dann liegt diese wunderbare Tour schon hinter mir.

Ich freue mich schon auf meine nächste Tour in der Gegend.

Vor allem den Naturlehrpfad will ich mal in ganzer Länge gehen, denn dieses Mal habe ich ja nur einen der beiden Schenkel erlebt und war auch schon erschöpft und unsicher, ob ich es rechtzeitig zum Bus schaffe.

Der Lehrpfad ist aber so schön, dass es sich lohnt, ihn mit wachem Geist und vollen Kräften zu erkunden.

Adieu Schwarzwald - bis bald.

Zurück zum Start ...


Home Up