Wanderung: Drei-Seen-Tour

Wanderbericht


Titisee-Blick Bei meiner möglicherweise letzten Spätsommer-Tour im Schwarzwald will ich es genau wissen.

Nicht nur, welche Heilpflanzen jetzt noch blühen und gedeihen, sondern auch, wie weit meine Wanderkräfte reichen und möglichst viele Seen möchte ich sehen und erwandern.

Also habe ich mir eine Drei-Seen-Tour vorgenommen, eine Wanderung, die mich entlang des gesamten Schluchsees, zum Windgfällweiher und von dort über einen Berg bis zum Titisee führt.

Die gut 23 Kilometer dieser Strecke grausen mich schon ein wenig, aber ich behalte mir im Vorfeld die Möglichkeit vor, zwischendrin aufzuhören und entweder nach gut elf Kilometern in Aha oder nach etwa fünfzehn Kilometern in Altglashütten den Zug zu besteigen und heim zu fahren. Das gibt mir die nötige Sicherheit, um das Abenteuer zu wagen.

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Die Dreiseenbahn bringt mich bis nach Seebrugg am Ende des Schluchsees.

Zur Drei-Seen-Bahn wird die Höllentalbahn einmal pro Stunde, wenn sie Titisee verlässt und sich auf den Weg über den Windgfällweiher zum Schluchsee macht.

Obwohl das noch einmal eine richtige kleine Reise über den Titisee hinaus bedeutet, kommt man auch hier hin mit dem günstigen Regio24-Ticket oder der Regiokarte.

Siehe:

Kaum verlasse ich den Zug in Seebrugg, habe ich einen herrlichen Blick auf den Schluchsee, der der grösste See im Schwarzwald ist und von fichtenwäldern umrahmt wird.

Der Himmel ist wolkenlos und tiefblau, was will man mehr von einem Wandertag, vorausgesetzt man ist gut mit Sonnenmilch eingecremt?

Der Wasserspiegel des Schluchsees liegt deutlich niedriger als ich es gewohnt bin.

So kenne ich den Schluchsee gar nicht.

Was für mich zuerst sehr merkwürdig aussieht, hat aber den Vorteil, dass der See zur Zeit rundum einen breiten Strand hat.

Den Unterschied zum normalen Wasserstand schätze ich auf drei bis vier Meter ein. Erst am anderen Ende des Schluchsees erfahre ich von einer Kioskbesitzerin, dass der See teilweise abgelassen wurde, um Reparaturarbeiten durchführen zu können. Inzwischen steigt der Wasserspiegel wieder, weil die Arbeiten wohl beendet sind. Bei so einem grossen See dauert es aber naturgemäss geraume Zeit, bis er wieder voll ist.

Am Wegrand lacht mich eine Goldrute an.

Hier ausnahmsweise eine kanadische Goldrute, die sonst eher in der Ebene verbreitet ist.

Ob es an der Goldrute liegt oder am Landschaftsbild der Nadelwälder mit dem grossen See, dass ich an Kanada denken muss?

Wie kaum anders zu erwarten, treffe ich bald auf eine Gruppe Pilze.

Insgesamt scheinen die Pilze bei dieser Wanderung jedoch ziemlich alt, vielleicht weil es schon mehrere Tage lang sonnig und warm ist.

Auch auf die legendären Steinpilze, die von anderen dieses Jahr in so reichlicher gefunden werden, treffe ich nicht an. Ob sie hier schon von Wanderern geerntet wurden oder ob es hier keine gibt?

Die Vogelbeere leuchtet in kräftigem Rot gegen den strahlend blauen Himmel.

Der farbliche Kontrast kommt auf dem Foto leider gar nicht so richtig rüber.

Schade, denn die roten Vogelbeeren waren während der gesamten Wanderung ein ständig wiederkehrendes optisches Erlebnis von enormer Leuchtkraft.

Der blaue Himmel spiegelt sich im Schluchsee und auch die Spiegelung der nahen Berge kann man deutlich sehen.

In welch zauberhafte Landschaft mich dieser Zug versetzt hat - ein Wunder der heute so selbstverständlichen Technik.

Die Staumauer ist nicht weit vom Bahnhof entfernt.

Der Weg dorthin führt zwar an lästigen Strasse entlang, aber immerhin auf einem extra Weg, reserviert für Fussgänger und Radfahrer.

Ausserdem hat man einen guten Blick auf die Staumauer.

An ihr kann man auch gut erkennen, wie sehr der Wasserspiegel gesenkt wurde.

Über die Staumauer führt eine schmale Fahrstrasse und daneben ein extra Weg für Fussgänger und Radfahrer.

Dieser extra Weg wurde vielleicht erst nach dem Bau der Mauer angelegt, denn er geht über die Luft, verläuft also sozusagen neben der Staumauer.

Ein klein wenig unheimlich, aber man gewöhnt sich schnell an das hohle Gefühl unter den Schritten.

Vom Fahrweg der Staumauer aus kann man an ihr unteres Ende schauen, wo man ein kleines wassergefülltes Becken sieht, aber keinen Bach, der davon ausgeht.

Der Bach fehlt vermutlich, weil der See gerade so leer ist.

Der Aufenthalt auf der schmalen Fahrstrasse ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen. Normale Autos können zwar an einem vorbeifahren, wenn man sich schmal an die Mauer drückt, aber wenn ein Lieferwagen die Strasse passieren will, passt man als Mensch nicht mehr vorbei.

Mir hilft nur das beherzte Klettern über die gemauerte Brüstung, um dem breiten Auto zu entgehen. Allerdings fuhr es langsam genug, um mir ausreichend Zeit für diese Aktion zu lassen.

 

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